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Neue Bücher

Fuchs/Janda (Hrsg)Europäisches Sozialrecht – Kommentar

9. Auflage, Nomos Verlag, Baden-Baden 2025, 1.234 Seiten, gebunden, € 184,-

Der von Prof. Dr. Maximilian Fuchs und Prof. Dr. Constanze Janda herausgegebene Kommentar zum Europäischen Sozialrecht – auch bekannt als der „Fuchs/Janda“ – gilt seit Jahrzehnten als maßgebliches Standardwerk dieses Rechtsgebiets und wird diesem Anspruch auch in der neunten Auflage gerecht. Eine Neuauflage war auch unbedingt erforderlich. Zwar stagniert die Gesetzgebung im Bereich des Europäischen Sozialrechts mangels Einigung seit nunmehr fast zehn Jahren. Die Rsp hingegen ist in diesem Rechtsbereich kaum aufzuhalten. Es galt folglich mehr als 60 Entscheidungen des EuGH, die seit der letzten Auflage ergangen sind, in die Kommentierung einzuarbeiten. Herausgeber und Herausgeberin haben im Rahmen dessen auch gleich die Chance ergriffen, neue Inhalte zu ergänzen. Neben den primärrechtlichen Freizügigkeitsbestimmungen der AN (Art 45–48 AEUV) werden in der neunten Auflage nun auch erstmalig die Bestimmungen zur Unionsbürgerschaft (Art 18–21 AEUV) kommentiert, deren Relevanz für das Europäische Sozialrecht der EuGH auch zunehmend zu erkennen gibt. Es handelt sich dabei also zweifelsfrei um eine wertvolle Ergänzung der Inhalte. Im Zentrum der Kommentierung stehen aber nach wie vor die Koordinierungs-VO 883/2004/EG und ihre Durchführungs-VO 987/2009/EG. Berücksichtigung finden darüber hinaus auch wieder die Freizügigkeits-VO 492/2011/EU, die Patientenmobilitäts-RL 2011/24/EU und die diversen Gleichbehandlungs-Richtlinien 79/7/EWG, 2006/54/EG und 2000/43/EG. Der „Fuchs/Janda“ überzeugt in der neunten Auflage daher als noch umfassendere Gesamtkommentierung der zentralen Rechtsquellen im Europäischen Sozialrecht.

Allein aufgrund der Quantität der Inhalte wird eine Kommentierung aber zu keinem Standardwerk. Maßgeblich ist vielmehr die Qualität der Inhalte und gerade hier zeigt sich die besondere Stärke des „Fuchs/Janda“. Die einzelnen Kommentierungen zeichnen sich – trotz nicht zu unterschätzender Komplexität der Rechtsmaterie – insb durch eine differenzierte und tiefgründige, aber gleichzeitig verständliche Auseinandersetzung mit Rsp und Literatur sowie eine klare, nachvollziehbare Argumentationsführung aus. Zurückzuführen ist dies gewiss auf das sorgfältig ausgewählte Autor*innenteam, das sich ausschließlich aus ausgewiesenen Expert*innen zum Europäischen Sozialrecht zusammensetzt und in der neunten Auflage um drei neue Autor*innen ergänzt wurde – Prof. Dr. Susanne Auer-Mayer, Prof. Dr. Claudia Maria Hofmann und Dr. Ricardo Petri. In dieser Ergänzung spiegelt sich auch das seit der Erstauflage bestehende Bemühen, in der Autorenschaft wissenschaftliche Expertise und praktische Erfahrung miteinander zu kombinieren. Dadurch gelingt es dem Werk auch in bemerkenswerter Weise, die Balance zwischen wissenschaftlichem Anspruch und Praxisorientierung zu wahren.

Insgesamt betrachtet beeindruckt die Neuauflage des „Fuchs/Janda“ daher sowohl in quantitativer als auch qualitativer Hinsicht. Er ist und bleibt unverzichtbares Hilfsmittel für die Arbeit im Europäischen Sozialrecht. Ohne ihn wäre diese schlichtweg frustrierend. Das Werk kann daher allen, die sich mit Europäischem Sozialrecht befassen – sei es in Wissenschaft oder Praxis, vorbehaltlos empfohlen werden.

HANNAH KALCHER