Krause/Bayreuther/NiemannKündigungsschutzgesetzLohnerhöhung
Mit der 17., völlig neubearbeiteten Auflage erscheint der Standardkommentar zum deutschen Kündigungsschutzgesetz nunmehr unter dem Zitiervorschlag „KBN“. Berücksichtigt sind Rsp und Schrifttum bis 30.6.2025.
Inhaltlich spiegelt die Neuauflage die beträchtliche Dynamik wider, der das Kündigungsschutzrecht zuletzt ausgesetzt war: Eingeflossen sind die durch das Betriebsrätemodernisierungsgesetz eingeführten Erweiterungen des Kündigungsschutzes, die erstmalige Kommentierung des Hinweisgeberschutzgesetzes samt dessen Verhältnis zu den einschlägigen Kündigungsschutzvorschriften sowie die vielschichtigen Auswirkungen des Antidiskriminierungsrechts. Das Massenentlassungsrecht – eine nach wie vor besonders bewegte Materie – wird angesichts zweier noch offener Vorabentscheidungsverfahren des BAG mit dem gebotenen Vorbehalt aufbereitet.
Die Einleitung widmet sich eingehend der Einbettung des nationalen Rechts in seinen unions- und völkerrechtlichen Kontext: Art 30 GRC, die ILO-Übereinkommen 158 und 183, Art 24 der Revidierten Europäischen Sozialcharta sowie die jüngere EGMR-Judikatur werden differenziert aufgearbeitet und ihre Bedeutung und Einflüsse auf die deutsche Arbeitsrechtsordnung dargestellt. Gerade dieser unionsrechtliche und internationale Rahmen macht den Kommentar auch für österreichische Leserinnen und Leser, die sich vertieft mit Beendigungsrecht befassen, zu einer lohnenden Lektüre.
Wissenschaftliche Fundiertheit und kritische Auseinandersetzung mit Rsp und Schrifttum kennzeichnen den KBN seit seinen Anfängen; die 17. Auflage setzt diesen Anspruch konsequent fort und hält dabei auch für die österreichische Rechtswissenschaft und Praxis wertvolle Impulse bereit.