Personalia: Zum Tode von Klaus Christian Firlei
Die Schriftleitung von DRdA gibt die traurige Nachricht bekannt, dass Herr Univ.-Prof. Dr. Klaus Firlei am Freitag, 27.2.2026, im 80. Lebensjahr völlig unerwartet verstorben ist.
Klaus Firlei hat in Salzburg Rechtswissenschaften studiert und war seit 1967 am Institut für Arbeitsrecht und Sozialrecht tätig, ab 1999 als Universitätsprofessor. Er hat ganz maßgeblich zum Aufbau des Instituts und zur Etablierung des Arbeitsrechts und Sozialrechts an der Universität Salzburg beigetragen. Mit Herz und außergewöhnlichem Engagement setzte er sich insb für benachteiligte Menschen in unserer Gesellschaft ein. In diesem Sinne verstand er auch seine politische Tätigkeit im Salzburger Landtag (1989 bis 1999).
Seine wissenschaftliche Tätigkeit war geprägt von der in Österreich einzigartigen Verbindung von Recht, Politik und Ökonomie. Er war nicht nur ein hervorragender Jurist und engagierter Lehrender, sondern auch ein großer Intellektueller. Dabei ist er nicht in der Analyse vergangener Zeiten und Ereignisse stehen geblieben. Er beschäftigte sich intensiv mit Zukunftsfragen der Gesellschaft und war immer am Puls der Zeit.
Klaus Firlei hat für DRdA viele Aufsätze, Entscheidungs- und Buchbesprechungen geschrieben. Auf einige wenige sei beispielhaft hingewiesen. Schon 1981 ist die Abhandlung „Das Problem der Objektivierung des Günstigkeitsvergleichs im österreichischen und deutschen Arbeitsverfassungsrecht“ (DRdA 1981, 1) erschienen, die man auch heute nach 45 Jahren noch mit großem Gewinn lesen kann. Geradezu legendär ist sein Beitrag „Flucht aus dem Arbeitsrecht“ (DRdA 1987, 271 und 411), in dem er die Krise und Erosion des Arbeitsrechts und ihre Folgen für Recht und Gesellschaft tiefgehend analysierte. Etwas später erschien „Flucht aus dem Kollektivvertrag“ (DRdA 2001, 118 und 221) und in jüngerer Zeit „Ökonomische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen für Arbeitnehmerpolitik heute und morgen“ (DRdA 2022, 93).
In der Würdigung der Verdienste aus Anlass des 65. Geburtstags von Klaus Firlei hat Josef Cerny ua Folgendes (in DRdA 2012, 82 f) hervorgehoben: „Die Publikationen von Klaus Firlei – wie überhaupt seine wissenschaftliche Arbeit – zeichnen sich durch besondere Gründlichkeit, breites Fachwissen und Denken in größeren Zusammenhängen aus. Nichts, was er schreibt, bleibt an der Oberfläche, alles hat Tiefgang. Juristische Probleme werden nicht nur dogmatisch fundiert abgehandelt, sondern meistens auch in ihrem sozio-ökonomischen Kontext dargestellt und rechtspolitisch bewertet, ohne jedoch die Grenze zwischen Rechtsdogmatik und Rechtspolitik zu verwischen.“ Und weiter: „Trotz der pessimistischen Perspektive geht Klaus Firlei an diese Zukunftsfragen nie mit Resignation heran, stets bietet er neben gesellschaftspolitischer Kritik und Warnung auch konstruktive, mitunter visionäre Lösungsvorschläge an.“ Das trifft es auf den Punkt.
Wir vermissen Klaus Firlei und werden ihn stets in ehrenvoller Erinnerung behalten.
DIE SCHRIFTLEITUNG