HoffmannGemeinschaftsbetrieb und Arbeitnehmerüberlassung
In diesem Werk beschäftigt sich Lukas David Hoffmann mit der Abgrenzung von AN-Überlassung und der Arbeit im Gemeinschaftsbetrieb, wobei die rechtlichen Konsequenzen für AN, AG und Betriebsräte näher erläutert werden.
Der Autor bietet den mit AN-Überlassung bzw mit der Arbeit im Gemeinschaftsbetrieb befassten Personen eine sehr genaue Übersicht über die unterschiedlichen Rechtskonsequenzen, die es bei beiden Modellen der Arbeitsverrichtung (also der AN-Überlassung und der Arbeit im Gemeinschaftsbetrieb) gibt.
Für den/die PraxisanwenderIn ganz besonders wesentlich ist, dass Hoffmann eine ausführliche Untersuchung der konkreten Auswirkungen der Nichtanwendbarkeit des deutschen AÜG bei der Arbeit im Gemeinschaftsbetrieb durchführt und sich mit den für die Arbeitsvertragsparteien daraus resultierenden wesentlichsten Konsequenzen im Bereich der Mindestlohngestaltung, des Kündigungsschutzes und der betrieblichen Mitbestimmung auseinandersetzt.
Ergänzt werden die umfangreichen Erläuterungen um praxisrelevante Erörterungen von ausgewählten Beispielen aus der wirtschaftlichen Praxis, wobei ua die Zusammenarbeit im Gemeinschaftsbetrieb zwischen der Deutschen Post AG und der DHL Delivery GmbH im Bereich der Paketzustellung näher untersucht wurde.
In diesem Zusammenhang von besonderem Interesse sind die juristischen Anmerkungen des Autors zu den vom Bundesarbeitsgericht und der herrschenden Lehre entwickelten Abgrenzungskriterien, wann AN-Überlassung und wann Arbeit im Gemeinschaftsbetrieb vorliegt. Hoffmann erläutert anhand der höchstgerichtlichen Judikatur detailgenau und praxisnah, wann das fachliche Weisungsrecht allein durch den Entleiher (Fall der AN-Überlassung) oder gemeinsam durch mehrere Unternehmen (Arbeit im Gemeinschaftsbetrieb) ausgeübt wird.
Ebenfalls sehr hilfreich für den/die PraxisanwenderIn sind die Darlegungen zu den konkreten rechtlichen Auswirkungen der Arbeit im Gemeinschaftsbetrieb im Zusammenhang mit der Anwendung des deutschen Kündigungsschutzgesetzes und die diesbezüglichen Auswirkungen, die sich daraus im Zusammenhang mit der erforderlichen Sozialauswahl und der erweiterten Verweisbarkeit von AN im Gemeinschaftsbetrieb ergeben.
Die gegenständliche Darstellung ist jedenfalls übersichtlich gestaltet und versteht es, rechtliche Fragestellungen so exakt darzustellen, dass es dem/der RechtspraktikerIn möglich ist, Rechtsprobleme im Zusammenhang mit der Abgrenzung von AN-Überlassungen und Arbeiten im Gemeinschaftsbetrieb rasch und rechtlich korrekt zu lösen.
Gesamt gesehen stellt das gegenständliche Werk eine wertvolle Ergänzung jeder arbeitsrechtlichen Bibliothek dar und sollte dieses jedenfalls zur Standardausstattung sämtlicher mit Personalfragen beschäftigter Stellen gehören.